Formen von Aberglaube

Okkultismus und Spiritismus

Der gesamte Bereich des Okkultismus, zu dem im weiteren Sinne von einigen auch der Spiritismus gezählt wird, gilt als eher abwertend und wird unwissenschaftlich generell als Aberglaube eingestuft.

Vom lateinischen “occultum: das Verborgene” abgeleitet finden sich unter diesem Oberbegriff Lehren und Rituale, die in Verbindung mit übersinnlicher Wahrnehmung einer wissenschaftlichen Erklärung bislang jedenfalls noch nicht zugänglich sind. Als Lehre von Geheimwissenschaften ordnen sich Hellsehen, Levitation, Telepathie und Teleportation dort ebenso ein wie Magie, Spuk oder Materialisation. Es sind jedoch nicht nur diese einzelnen Erscheinungsformen, die das Okkulte ausmachen, sondern auch eine generelle Weltanschauung, die sich deutlich von der christlich-religiösen Lehre unterscheidet. Okkultisten gehen davon aus, dass die geistigen und seelischen Kräfte der Menschen in der Lage sind, die Naturgesetze zu beeinflussen. Der Natur selber wird eine Seele zugeschrieben, mit der die menschlichen Seelenkräfte eine Verbindung eingehen können.

Faszination des Übernatürlichen

Faszination des Übernatürlichen

Geschichtlich lässt sich diese Form des Geheimwissens bis in die Anfänge menschlicher Kultur zurückverfolgen, ohne dass sie konkret als Okkultismus bezeichnet wurde. Schon immer glaubten Menschen daran, dass sie in der Lage sind, die für sie unverständlichen Vorgänge ihrer Welt durch Rituale zu beeinflussen. Schutzzaubern wurde große Wirkung zugesprochen, ebenso Amuletten oder Opfern. Auch das massive Vorgehen der katholischen Kirche durch die Inquisition konnte daran nichts ändern. Im Zuge des wachsenden Wissens um die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge zuvor unerklärlicher Erscheinungen veränderte sich diese Geheimwissenschaft ohne je völlig zu verschwinden. Der moderne, in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Spiritismus konzentriert sich im Gegensatz zum Okkultismus nur auf die menschliche Seele und ihre Existenz über den Tod des Menschen hinaus. Vom wissenschaftlichen Ansatz her geht er davon aus, dass die Seele nach Verlassen ihrer sterblichen Hülle auf einer anderen Existenzebene als Individuum weiterlebt.

Auch heute kann man sich noch die Zukunft voraussagen lassen

Auch heute kann man sich noch die Zukunft voraussagen lassen

Der Kontakt zu dieser anderen Ebene ist auch den lebenden Menschen möglich, zumal die Verstorbenen teilweise von sich aus die Verbindung suchen. Damit werden Geistererscheinungen, Spuk und durch Medien konkret überbrachte Botschaften Verstorbener erklärt.Mit der wachsenden Bekanntheit öffneten sich auch die Türen für Betrüger, die Tische-rücken oder automatisches Schreiben unter Führung eines Geistes simulierten und generell als Medien auftraten, um sich an den zumeist wohlhabenden, bürgerlichen Anhängern des Spiritismus zu bereichern. Damit wurde der Ruf dieser Weltanschauung nachhaltig geschädigt und der religiöse Aspekt weitgehend in den Hintergrund gedrängt. Dieser geht ähnlich der christlichen Lehre davon aus, dass die Existenz in der Geisterwelt ein Spiegel des Lebens in der materiellen Welt ist und deswegen alle Verfehlungen zu Konsequenzen nach dem Tod führen.

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