Hellsehen – Hellseher blicken in die Zukunft

Hellsehen: Hellseher blicken in die Zukunft

Hellsehen wird als eine Fähigkeit, auf paranormalem Weg Informationen zu bekommen, beschrieben. Der Mensch, der diese Informationen bekommt, wird als Hellseher oder Medium beschrieben. In den sogenannten paranormalen Wissenschaften unterscheidet man zwischen Retrokognition (der Blick in die Vergangenheit) und der Präkognition (der Blick in die Zukunft). Esoteriker, die an das Hellsehen glauben, betrachten es als Gabe, die einem Menschen in die Wiege gelegt wird. Sie werfen der Gesellschaft vor, diese Gabe systematisch zu unterdrücken und somit die persönliche Entwicklung der Begabten zu verhindern.

In den sogenannten paranormalen Wissenschaften wird unterschieden zwischen dem Hellsehen und der Wahrsagung. Wahrsagen heißt, auf eine Frage eine Antwort zu finden. Hellsehen ist diffuser. Welche Informationen hellgesehen werden, ist dem Medium vorab nicht bekannt. Diese theoretische Unterscheidung wird aber in der Praxis nicht gemacht. Menschen, die Hellsehen können, haben häufig auch das Wahrsagen im Angebot. Generell hat sich sowohl Wahrsagen als auch Hellsehen zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. Die Kunden, die sich solchen Angeboten anvertrauen, geraten teilweise auf Grund der hohen Preise in Schwierigkeiten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Urteil des Bundesgerichtshof aus dem Jahre 2010. Der Verklagte hatte für rund 35 000 € bei einer Astrohotline angerufen und wollte einen Teilbetrag des Geldes nicht bezahlen. Der BGH stellte fest, dass Hellsehen an sich honoriert werden müsste, auch obwohl davon auszugehen ist, dass die angepriesene Leistung unmöglicherweise zu erbringen ist. Allerdings müsste zusätzlich davon ausgegangen werden, dass Menschen, die sich auf ein solchen Geschäft einlassen, ihren Sinnen zum Zeitpunkt des Gesprächs nicht mehr mächtig sind. Die Hellseherin verhält sich in diesem Fall also sittenwidrig und die Kosten müssen nicht bezahlt werden. Der Punkt ist, dass Hellsehenden nun beweisen müssen, dass ihre Kunden in der Lage sind, Sinn und Unsinn des Hellsehens einzuschätzen, wenn sie volle Kostenerstattung für ihre Dienstleistungen gerichtlich einklagen wollen.

Der Verein Tarot e. V. versucht, die Vorurteile gegenüber Wahrsagen und Hellsehen abzubauen, indem es sich für einen Codex der Hellsehenden einsetzt. Ziel ist es, Hellsehen als Gabe zu betrachten und nicht als Bereicherungsquelle. Maximalpreise pro Beratung, sowie eine konsequente Überweisung an Psychologen von Menschen, die wirklich Probleme haben, sollen zum Standard unter Hellsehenden werden. Ob diese Qualitätsoffensive etwas für die Ratsuchenden ändert, bleibt abzusehen.

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