Spirituelles Gläserrücken

Seit jeher versuchen Menschen Verbindung mit Geistern oder Verstorbenen aufzunehmen. Das Gläserrücken ist die wohl bekannteste, aber auch umstrittenste Methode, um Kontakt mit dem “Jenseits” aufzubauen.Zum Gläserrücken wird ein Tisch mit möglichst glatter Oberfläche benötigt. Im Tisch darf kein Metall (z. B. Schrauben) verbaut sein. Auf dem Tisch werden kreisförmig Kärtchen mit dem Alphabet (A – Z) und den Zahlen von 0 bis 9 oder ein Ouija Board ausgelegt. Zusätzlich werden Zettel mit den Worten “Ja” und “Nein” in den Innenraum des Kreises gelegt. Anschließend wird ein umgedrehtes Glas in die Mitte gestellt. Musik, Handys und andere elektrische Geräte sollten ausgestellt werden, da sie die Séance stören. Böse Geister können durch einen Salzkreis auf dem Tisch ferngehalten werden und eine weiße Kerze hilft, gute Geister zu beschwören. Während der gesamten Séance darf weder gegessen oder getrunken noch gelacht werden.

Wenn alle Vorbereitungen zum Gläserrücken getroffen sind, darf außer den Teilnehmern der Séance niemand mehr im Raum sein. Jeder legt die Fingerspitze seines Zeigefingers der rechten Hand leicht und entspannt auf das Glas. So können die Energien eines jeden einzelnen auf das Glas übertragen werden und sich gleichzeitig noch frei bewegen. Alle Teilnehmer müssen sich vollkommen auf das Gläserrücken konzentrieren und dürfen sich nicht ablenken lassen. Wenn alle einige Zeit still und konzentriert waren, wird laut nach einem Geist gefragt. Konnte ein Geisterweisen gerufen werden, wird sich das Glas nach kurzer Zeit bewegen. Das Glas wird von Buchstabe zu Buchstabe wandern und schreibt so Wörter oder sogar ganze Sätze. Wichtig ist, dass beim Gläserrücken keine Fragen bezüglich des Todes der Teilnehmer gestellt werden! Auch Fragen über Geldgewinne oder Testfragen (“Wie heißt mein Haustier?”) sind Tabu. Sie könnten den Geist verärgern. Auch Zukunftsfragen sollten nicht gestellt werden. Ein Geist hat zwar aus seiner höheren Dimension einen besseren Überblick über Geschehnisse als wir, er ist dennoch als Mensch zu betrachten und kann nicht in die Zukunft sehen. Bei Beendigung einer Séance sollte sich würdevoll vom Geist verabschiedet werden, um ihn nicht zu verärgern.

Wissenschaftlich wird das Gläserrücken durch den sogenannten Carpenter Effekt erklärt. Die Teilnehmer sind beim Gläserrücken so angespannt und aufgeregt, dass es zu leichten Zuckungen der Muskeln kommt und diese auf das Glas übertragen werden. Die Gruppe steuert so das Glas zu der im Unterbewusstsein gewünschten Antwort.

Dennoch gibt es viele Erfahrungsberichte über Gläserrücken, die übernatürliche Vorgänge, wie plötzliche Temperatursenkungen, Fliegen von Gegenständen oder sogar das Erscheinen von Gestalten beschreiben.

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