Legen von Schicksalskarten

Ein Teilbereich der Wahrsagung ist das Kartenlegen. Kartenleger versuchen mithilfe von speziellen Karten, wie Tarot- oder Lenormandkarten, die aktuelle Lebenssituation eines Menschen zu erkennen und seine Zukunft zu deuten. Für diesen Zweck bedient sich ein Wahrsager verschiedener Kartenlegesysteme. Dazu gehören zum Beispiel das Hexagramm, das kleine und das Keltische Kreuz, der Fisch oder das Drei Karten Orakel. Je nachdem, wie kompliziert die Fragestellung ist, wählt man beim Kartenlegen das passende System aus.

Die Kunst des Kartenlegens (Chartomantik) soll im 7. Jahrhundert in China entstanden sein, als dort der Holztafeldruck erfunden wurde. Im 13. Jahrhundert tauchte das Kartenlegen mit dem “fahrenden Volk” als Jahrmarktsattraktion in Europa auf. 1378 bezeichnete die Kirche das Kartenlegen als Aberglaube und “Spiel des Teufels” und verbot es. Nichtsdestotrotz wurde es vor allem von Wandervölkern weiterbetrieben. Sie perfektionierten die Kunst des Kartenlegens und entwickelten das sogenannte Zigeunerkartendeck, das bis heute noch Anwendung findet.

Im Laufe der Zeit entstanden neben den Kartenlegesystemen diverse weitere Kartendecks mit eigenen Charakteristika. Zum Beispiel besteht das Zigeunerdeck aus 36 Karten, die hauptsächlich an die Gefühlsebene appellieren. Die Motive stellen Glück, Liebe oder Fröhlichkeit dar und können Ratsuchenden als Lebenshilfe dienen.

Durch Kartenlegen mit Tarot ist der Wahrsager in der Lage, Bilder des kollektiven Unterbewusstseins zu erkennen. Somit kann er den abgebildeten Sinnbildern Eigenschaften und Ereignisse zuordnen und dadurch helfen, das geistige Potential zu erweitern. Dieses Deck besteht aus 78 Karten und wird in 22 große und 56 kleine Arkana (Geheimnisse) unterteilt. Im Prinzip werden beim Deuten beide gleich behandelt, jedoch verweisen die großen Arkana auf wichtigere, meist tiefer liegende Erfahrungen.

Ein weiteres, sehr häufig benuztes Deck, stellt das Lenormandkartendeck dar. Es wurde 1772 von Marie-Anne Lenormand aus den Tarotkarten entwickelt. Mit ihrer Kartenlegekunst wurde sie berühmt: So ließen sich Politiker, Adelige und sogar die Gemahlin von Napoleon von ihr beraten. Beim Kartenlegen mit Lenormandkarten unterscheidet man zwischen zwei Decks: das große mit 54 Blatt und das kleine mit 36 Blatt. Mit Lenormandkarten können Ereignisse aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft aufgearbeitet und hinsichtlich jeglicher Lebensbereiche, wie Finanzen, Partnerschaft oder Beruf, gedeutet werden.

Heutzutage existieren viele Kartendecks, mit umso mehr Ausprägungen. Wer Dienste von Wahrsagern in Anspruch nimmt, kann sich für bestimmte Decks entscheiden, um mehr über sich selbst zu erfahren. Neben dem Kartenlegen nutzen Wahrsager für die Zukunftsdeutung auch gerne die Technik des Pendelns.

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